Über 2000 Unterschriften gegen Gebühren für Hallennutzung
Die Heidenroder Vereine haben in den vergangenen Tagen weiterhin intensiv Unterschriften gegen drohende Hallengebühren gesammelt und dazu gemeinsam eine Petition verfasst. Gut 2080 Bürger haben sich bisher in die Listen eingetragen, teilt Siegfried Pohl (Gesangverein Springen) mit.
Letztlich werde sich die Gesamtzahl bei 2100 bis 2150 bewegen. Damit hat vom Baby bis zum Senior jeder vierte Heidenroder die Eingabe unterschrieben.
Die Petition wurde in der jüngsten Sitzung in Martenroth, an der 20 Vereinsvertreter teilnahmen, erstellt und „abgesegnet“. Als Absender ist die „Interessengemeinschaft gegen die Erhebung von Nutzungsentgelten für die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser in Heidenrod“ genannt. Namentlich stehen Siegfried Pohl, Elvira Lüdcke (Springen) und Harald Wanka (Laufenselden) als Mitglieder des Sprecherausschusses im Briefkopf.
Gerichtet ist die Petition an Innenminister Boris Rhein (CDU), dem sie persönlich übergeben werden soll. „Die durch Ihr Ministerium mit der Zuwendung aus dem Landesausgleichsstock verbundenen Forderungen sind bei bestem Willen von unseren Heidenroder Vereinen nicht zu erfüllen“, heißt es gleich nach der Anrede. Die Auflagen aus Wiesbaden gefährdeten die Existenz der Vereine.
Im Text gehen die Verfasser auf die strukturellen Probleme Heidenrods ein und betonen vor allem die Leistungen der Vereine. „Gesundheitsförderung“, „aktive Jugendarbeit“, „kulturelle Vielfalt“, „Förderung des Gemeinschaftslebens“, „Integration“, „Förderung der Naturverbundenheit und Heimatpflege“ und „Entlastung des Staats durch ehrenamtliche Arbeit“ lauten die Stichpunkte dazu.
„Eine Hallennutzungsgebühr würde für eine Vielzahl von Vereinen das ,Aus’ bedeuten und gesellschaftlich negative Auswirkungen nach sich ziehen, die niemand wollen kann“, warnen die Heidenroder. Gegen Ende folgt der Appell an Rhein: „Schützen Sie auch die Heidenroder Vereine, indem Sie weiterhin eine kostenfreie Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser zulassen. Leer stehende Gemeinschaftshäuser nutzen niemandem!“
Was die persönliche Übergabe angeht, gibt es noch Probleme. Wie Siegfried Pohl berichtet, gab es auf eine Anfrage im Innenministerium die Antwort, dass vor dem ersten Quartal 2011 kein Termin zu bekommen sei. „Das werden wir uns nicht bieten lassen“, stellt er klar. Schließlich sei die Gemeinde gehalten, sich bis zum 31. Dezember zu positionieren. Danach mache es keinen Sinn mehr, Petition und Unterschriftenlisten vorzulegen.
Petition:
Quelle:
Vereine legen Petition vor (Wiesbadener Tagblatt, 22.10.2010)
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